Montag, 16. Januar 2012

Franz Kafka: Bericht für eine Akademie

Furchtbar, unangenehm, sehr gut.

Mittwoch, 11. Januar 2012

Donna Leon, Das Gesetz der Lagune

Donna Leon ist eine routinierte Schriftstellerin und versteht ihr Handwerk. Daher ist auch an diesem Buch nichts Gravierendes falsch. Dennoch wirkt der Ausflug in die Lagune uninspiriert und runtergeschrieben.

Die Liebesgeschichte der S. Elletra bleibt oberflächlich, die Schilderung des Fischerdorfes, hier Hauptattraktion, auch eher ermüdend und klischeebeladen, ebenso wie das lange hollywoodeske Finale. Vor allem aber ist der Plot, und das ist immer das Grundgerüst eines Krimis, unüberzeugend und eher spontan zusammenkomponiert. Spannung kommt nie auf und die Auflösung der Geschichte wirkt an den Haaren herbeigezogen.

Einen "Brunetti" kann man immer lesen, der Ton ist gut getroffen, einige interessante Einsichten bringt Frau Leon auch diesmal unter. Insgesamt aber ein deutlich schwächerer Vertreter der Reihe.



Anne Nürnberger, Jan Rentzow, Reich kann jeder

Lobenswert an diesem Buch ist die mutige Gonzo-Reportage, der sich die Autoren hier unterziehen. Im Laufe der Zeit wird spürbar, wie schwer es den beiden fällt, sich hier nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen, welchen mentalen Kraftakt dieses Vorhaben, reich zu werden, darstellt. Passend hierzu Rentzows Stil, er schont sich nicht, er schont seine Kollegin nicht, er ist unterhaltsam und würde sicher die Neon-Redaktion gut unterstützen können.

Nicht lobenswert ist leider, dass das Buch keinen roten Faden, keine Haltung, keine Aussage hat, es hat keine Idee, keine Dramaturgie und bleibt leider in der Analyse erschreckend schwach. Für ein Sachbuch - und darum soll es sich ja letztlich handeln - ist das zu wenig. Das Buch wirkt unfertig wie eine Rohfassung. So viel Engagement die Autoren offenbar in der Recherche gezeigt haben, so faul sind sie dann in der Verarbeitung geblieben. So bleibt eine überlange, streckenweise unterhaltsame Reportage für ein Jugendmagazin o.ä. übrig, von einem Buch verlange ich deutlich mehr.

Dienstag, 3. Januar 2012

Justus Richter: Sex mit öffentlichen Mülleimern...

Ein schlechtes Zeichen, dass die Autoren dieses Buches nur unter Pseudonym auftreten. Entsprechend ist die Qualität. Das Buch ist leider ein Fall für den im Titel bereits angekündigten Mülleimer.

Vince Ebert: Bitte machen Sie sich frei

Comedy mit Anspruch ist eine schöne Idee. Akademische, bzw. Wissenschaftscomedy ebenfalls. Das Buch lockt mit dem Versprechen, dass sich hier Geist und Lachmuskel paaren, herauskommen möge dann interessante Unterhaltung. Leider nicht der Fall. Ebert bleibt leider auf beiden Ebenen hinter dem eigenen Anspruch zurück. Wissenschaft, ja, ein bißchen, aber jeder angelsächsische Science-Autor geht mehr in die Tiefe - und unterhält dabei noch besser. Und das ohne Comedyanspruch.

Dienstag, 8. November 2011

Stephan Thull: Männermode in 60 Minuten

Das Buch liefert einige solide Basics zu Hemdenformen etc. Es richtet sich aber eindeutig an völlige Anfänger. Für etwas vorgebildete Leser ist es nix.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Tom Kummer: Blow up

Tom Kummers Autobiographie liest sich etwas anstrengend. Starjournalist war er wohl mal, Buchautor wird er nicht werden. Interessant sind die Stories aus den Anfängen der Popliteratur, die Seilschaften mit Kracht und Seidl und wie sie alle heißen. Diese Insiderberichte sind spannend zu lesen und gewähren einen raren, wenn auch kurzen Einblick in die Art und Weise, wie die Kulturindustrie funktioniert. Das eigentliche Kernthema, die erfundenen Interviews, bleibt aber irgendwie neblig, so wie auch die gesamte Struktur des Buches einen nur wenig über Person und Motive Kummers erfahren lässt.