Die Auswahl der Briefe von und an Diogenes-Verleger Daniel Keel sind ein beeindruckendes Kompendium
- der Freundschaft
- des Unternehmertums
- der Bildung
und insgesamt einfach eine Dokumentation dessen, was ein Mann mit Wille und Kraft in einem Leben so bewegen kann. Nebenbei werden wir Zeuge von langen Freundschaften, von der Strahlkraft des Verlegers Keel - aber leider zu wenig von den Schattenseiten der Angelegenheit. So sind alle Briefe von Patricia Highsmith außerordentlich sensibel und freundlich, obwohl Keel sie als außerordentlich schwierigen Menschen beschreibt.
Sicherlich das beeindruckenste Testat dieser Briefe dürfte sein, wie viele Autoren sich von Keel erkannt gefühlt haben und in tiefer Freundschaft mit ihm und seiner Frau verbunden waren. Wer dies von sich behaupten kann, hat ein gutes Leben gelebt.
Dienstag, 11. Januar 2011
Dienstag, 21. Dezember 2010
Eckart von Hirschhausen: Glück kommt selten allein
Ein sehr motiviertes Buch, mit vielen motivierenden Gedanken darin. Mich hat es trotzdem sehr angestrengt. Oder deshalb?
Dienstag, 14. Dezember 2010
Bret Easton Ellis: Die Informanten
Dies vorweg: es macht keinen Sinn, BEE auf deutsch zu lesen, ein guter Teil der Lesefreude fällt einfach weg.
Auch im Übrigen war "Die Informanten" eine Enttäuschung. Die "sanfte Apokalypse", die das Buch ganz treffend beschreibt, bleibt etwas beliebig und belanglos. Dass Ellis dann gegen Ende die Gewaltspirale anzieht, lässt das Buch nur noch verzweifelter erscheinen. Nach American Psycho geschrieben, wirkt es kraftlos. Einige Dialoge, einige Gedanken bleiben hängen, ansonsten ist das Buch aber nicht weiter aufgefallen.
Auch im Übrigen war "Die Informanten" eine Enttäuschung. Die "sanfte Apokalypse", die das Buch ganz treffend beschreibt, bleibt etwas beliebig und belanglos. Dass Ellis dann gegen Ende die Gewaltspirale anzieht, lässt das Buch nur noch verzweifelter erscheinen. Nach American Psycho geschrieben, wirkt es kraftlos. Einige Dialoge, einige Gedanken bleiben hängen, ansonsten ist das Buch aber nicht weiter aufgefallen.
Donnerstag, 25. November 2010
Adam Gautletts: Not so quiet
Cthulhu-inspiriertes Adventure, routiniert geschrieben, in der Mitte vielleicht etwas railroady, was aber für ein one-shot auch ganz gut ist. Das Finale ist nicht ganz so begeisternd, dafür weniger lethal als die anderen Abenteuer aus der Reihe.
Donnerstag, 18. November 2010
Freitag, 5. November 2010
Rasso Knoller: Die Dancing Queen im Schärengarten - Stockholmer Spiegelungen
Rasso Knollers Buch lässt sich durchaus als Reiseführer verstehen. Für Leute, die bereits etwas Zeit in Stockholm zugebracht haben, ist das Buch nämlich nicht mehr wirklich interessant, da primär die "Hits" abgearbeitet werden. Das allerdings nicht im Reiseführer-Stil, eher wenig journalistisch überhaupt, das Tempo des Buches ist ruhig und beschaulich, Knoller ziehlt auf die Erfahrung, mehr als auf das Herumfahren.
Freitag, 22. Oktober 2010
Misha Glenny: McMafia
Glenny hat hier ein glänzendes Beispiel angelsächsischen Journalismus abgeliefert. Persönlich, packend, exzellent geschrieben, politisch relevant. So würde man sich Reportagen öfer wünschen. Die kleinen Umwege, die Glenny geht (über seine persönlichen Rechercheerfahrungen), um später dann zu den Fakten zu kommen, sind oft eine wunderbare Idee, welche die Welt, die Glenny uns zeigt, noch einmal öffnet, farbig werden lässt. Am Stärksten sind die Kapitel über Osteuropa, hier zeigt sich doch, dass der Autor dort besondere Kenntnisse erworben hat. Aber insgesamt kann gelten: die Geschichten, die Glenny hier erzählt, haben mein Wissen sehr bereichert.
Was Glenny leider nicht schafft, ist es, eine Vision zu entwerfen, aus den Puzzlestücken ein klares Bild, eine knackige These zu formen. Dass die Mafia sich globalisiert, dass sie in teilen wie banale Wirtschaftsunternehmen denkt und handelt, das ist nicht unbedingt neu. Triaden, Cyberkriminalität - dort, wo Glenny uns mutmaßlich an die Grenzen zum Morgen führt, wird sein Vortrag neblig und irgendwie uninteressiert. Das lässt sich auch an seiner Rede bei TED gut ersehen: für eine Kurzthese ist das Buch nicht geeignet. Das macht aber nichts.
Was Glenny leider nicht schafft, ist es, eine Vision zu entwerfen, aus den Puzzlestücken ein klares Bild, eine knackige These zu formen. Dass die Mafia sich globalisiert, dass sie in teilen wie banale Wirtschaftsunternehmen denkt und handelt, das ist nicht unbedingt neu. Triaden, Cyberkriminalität - dort, wo Glenny uns mutmaßlich an die Grenzen zum Morgen führt, wird sein Vortrag neblig und irgendwie uninteressiert. Das lässt sich auch an seiner Rede bei TED gut ersehen: für eine Kurzthese ist das Buch nicht geeignet. Das macht aber nichts.
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