Montag, 1. Februar 2010
Alexander von Schönburg: In guter Gesellschaft
Das Buch ist weniger Kohärent und auch weniger gewinnbringend als die nette Fibel zum stilvollen Verarmen. Vielmehr sind hier lediglich alte bis ältere Kolumnen aus diversen Zeitschriften zweitverwertet worden. Dennoch ein Lesevergnügen - für den, der es mag - und man lernt doch noch das ein oder andere über Mega-Yachten etc.
Dienstag, 19. Januar 2010
Sebastian Fitzeck: Splitter
Erstes Buch, das ich vom deutschen "Erfolgsautor" gelesen habe. Eher enttäuschende Lektüre. Tatsächlich sehr spannend, Fitzeck versteht es, einen bei der Sache zu halten. Leider zum Preis der Logik und der Story. Letztere gibt es eigentlich nicht, erstere am Ende mühsam zusammengezimmert. Die Nebengeschichte unnötig, der Handlungsablauf geradezu absurd. Alle zwei Seiten wird gestorben oder geheimnisvolle Vergangenheiten werden aufgedeckt - völlig unglaubwürdig. Story erinnert an "The Game," insofern auch kein innovatives Konzept. Gefallen haben die Referenzen an ältere und kommende Bücher, das ist natürlich schön, auch der Spaß mit der Telefonnr. - da gibt sich der Autor dann Mühe.
Mittwoch, 13. Januar 2010
Marcel Feige: Sido - ich will mein Lied zurück
Keine Biographie, eher eine Art Reportage und nicht mit der Bushido-Biographie vergleichbar. Albernes Fanboy-Gewäsch, miserabel geschrieben, man fragt sich, warum da vom Verlag niemand drüber gesehen hat. Insgesamt belang- und inhaltslos.
Sonntag, 22. November 2009
Agatha Christie: The Secret of Chimneys
Obwohl ein bekannter und gelobter Kriminalroman Christies, hat er meine Erwartungen doch nicht völlig erfüllen können. Der Ton ist angenehm und plaudernd gehalten, einige überraschende Ansätze in der Erzählweise ("auf die Beschreibung Chimneys wird hier verzichtet, sie ist in jedem Reiseführer zu finden"). Die Story selbst kam mir etwas bemüht, die Auflösung sehr fragwürdig vor. Obwohl nicht sorgfälig editiert ist das Buch sprachlich wunderbar gelungen, mit herrlichem Wortwitz etc. Inhaltlich, wie so oft, wenn Christie sich an "Spionage" versucht, nicht ganz so sehr.
Mittwoch, 11. November 2009
Viveca Lärn/Johan Werkmäster: Saltön, Midsommarvarls 6 Hummerfesten
Ein schönes kleines Lättles-Buch, eine soap, ein Ferienroman, einfach zu lesen und fröhlich geschrieben.
Dienstag, 3. November 2009
Walter Moers: Der Schrecksenmeister
Das neue Buch von Walter Moers. Etwas schlanker als das letzte aber leider nicht so kurzweilige. Während die Stadt der träumenden Bücher noch sehr beeindruckend war ist dieses Buch nicht ganz so gelungen. Es ist wieder einmal sehr einfallsreich geschrieben mit vielen tollen Ideen zu Folklore etc. Leider teilweise etwas überfrachtet mit Ideenreichtum, man denke etwa an anfangs lustigen, dann aber schnell ermüdenden Aufzählungen von Gerichten, Dämonen etc. pp. Die Geschichte selbst zieht sich gegen Mitte ziemlich hin. Gegen Ende wird der etwas fußlahme Plot wieder munter, allerdings sind die logischen Volten, die hier geschlagen werden doch etwas sehr überraschend, um nicht zu sagen etwas dämlich. Trotzdem bleibt das Buch natürlich ein schöner Lesespaß, allerdings nicht für Jugendliche unter 14 Jahren geeignet, da überraschend grausam.
Samstag, 25. Juli 2009
Andreas Girsberger: Nichts zu klagen
Ein seltsames Buch hat der Schweizer Orell Füssli Verlag da veröffentlicht. Die Lebenserinnerungen eines verdienten Schweizer Anwalts. Unterhaltsam, gewiss. Allerdings wirkt das Buch recht unlektoriert. Oder im Gegenteil mit viel Geschick und Subtilität. Die komische Korrektheit und leichte Blasiertheit eines typisch Schweizer Juristen schwingt in den Zeilen mit - zugleich werden lustige und spannende Geschichten erzählt. Ein überraschend ehrliches Buch.
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